„During the night of the 9th of November 1989, I heard in the radio that the Berlin wall had come down. I drove down to Invalidenstraße in my taxi, parked the car next to the funeral home and walked to the wall to see if it was true. Then, four young people came towards me. A girl, I think she was 17, and three guys, maybe 19 or 20 years old. They asked me where the Ku’damm was. Way other direction, I told them, but I said that I could drive them there. They said they didn’t have any money, so I offered them a free ride. We drove along the Ku’damm as they just wanted to see West Berlin. We also went in a shop and the girl got a BRAVO and the guys a Kicker and a Fanta or a Coke and a chocolate bar. That was maybe 12, 13 Mark, not much for me so I paid and it was absolutely worth the money. But then they got a bit nervous, they were afraid that people would close the wall again and that they wouldn’t be able to come back. So I drove them back. And then I drove an old lady, who wanted to see a relative, but she didn’t open the door at 3am. What a night! It was so exciting that I couldn’t fall asleep that morning!”
„In der Nacht vom 9. November 1989 hab ich dann im Radio gehört, dass die Mauer offen war. Da bin ich mit meinem Taxi natürlich gleich hingefahren, habe in der Invalidenstraße geparkt, gleich da neben dem Bestattungsinstitut, und bin dann zur Mauer gelaufen, um zu gucken ob das denn stimmte. Da kamen mir vier junge Leute entgegen. Ein Mädel, ich glaube die war 17, und drei Jungs, vielleicht so 19 oder 20. Und die fragten mich, wo denn der Ku’damm sei. ‘Ganz andere Ecke’, sagte ich, ‘aber ich kann euch fahren’. ‚Aber wir haben doch kein Geld“, sagten sie, die waren bestimmt genauso spontan aus dem Osten gekommen, nicht mal einen Ausweis hatten sie dabei. Na, ich hab sie natürlich umsonst hingefahren. Wir sind dann den Ku’damm langgefahren, da sie einfach ein bisschen von West-Berlin sehen wollten. Dann sind wir noch in einen Laden, da wollte das Mädel gern die BRAVO und die Jungs den Kicker und noch Fanta oder Cola und einen Schokoriegel. Das waren vielleicht 12,13 Mark, das war nicht viel, hab ich gleich mitbezahlt und das war den Spaß absolut wert. Aber dann wurden sie langsam nervös, hatten Angst, dass sie vielleicht nicht zurückkommen, die Mauer wieder geschlossen wird oder so. Also hab ich sie zurückgefahren. Und dann habe ich noch eine alte Dame gefahren, die eine West-Verwandte besuchen wollte, aber die hat nachts um 3 Uhr nicht aufgemacht. Das war eine Nacht! Ich konnte später kaum einschlafen, so aufregend war das!”

 

Humans of Berlin